Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Cem Tören und sein Smartphone

Die Seheinschränkung ist Nebensache

Ursula Marx arbeitet mit maßgeschneiderten Hilfsmitteln

Eigentlich ist Ursula Marx ein BFW-Insider. Vor fast 30 Jahren absolvierte die sehbehinderte Frau ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten im Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg. 1986 erhielt sie bei der Stadt Würzburg prompt eine unbefristete Anstellung.

Doch auch ein BFW-Insider weiß nicht alles. „Mir war nicht bewusst, dass das BFW auch zum Arbeitsplatz kommt und über unterstützende Hilfsmittel berät“, sagt die 53-Jährige. Eine Softwareumstellung ihres Arbeitgebers sorgte dafür, dass sie die Aufgaben an ihrem Computer nicht mehr mit dem gewohnten Vergrößerungsprogramm ausführen konnte.

Die Schwerbehindertenvertretung der Stadt knüpfte daher den erneuten Kontakt zum BFW Würzburg. Dort nahm sich Sehhilfenexpertin Anne Hagemann der Sache an. Gemeinsam mit Ursula Marx optimierte die Spezialistin des BFW die Arbeitsplatzausstattung und empfahl weitere Hilfsmittel. Jetzt läuft alles wie geschmiert, Ursula Marx arbeitet wieder effizient und mit vollem Elan. „Ich kann nur empfehlen, sich bei Sehproblemen im Beruf an eines der vier spezialisierten Berufsförderungswerke zu wenden“, betont Ursula Marx. Neben einer neuen Vergrößerungssoftware nutzt sie im Arbeitsalltag nun auch einen Flachbildschirm mit großem Teleskoparm, eine elektronische Lupe und eine Großschrifttastatur. Zudem kann sie sich längere Texte jetzt bequem über die Sprachausgabe anhören.

„Die BFW-Experten kennen einfach alle technischen Neuheiten und haben mir enorm geholfen“, freut sich die Würzburgerin über die neu angeschafften Hilfsmittel. Zusammen mit zwei sehenden Kollegen ist Ursula Marx im Fachbereich Soziales der Stadt Würzburg für die rasche Bearbeitung von Anträgen zuständig. Das klappt jetzt wieder wie am Schnürchen. „Vor allem die drei Tage, in denen ich vor Ort im BFW alle möglichen Hilfsmittel ausprobieren konnte, haben mir viel gebracht“. Für die Arbeitskollegen ist ihr Seh-Handicap im täglichen Büroalltag kein großes Thema. Und falls es doch einmal einer seltenen Hilfestellung bedarf, unterstützen sie ihre seheingeschränkte Mitarbeiterin gerne. „Wenn es klemmt, sind meine Kollegen immer zur Stelle“, macht Ursula Marx klar. „Das finde ich wirklich klasse.“ Nachdem die Herausforderungen im Job gelöst sind, kann sich die reiselustige und sportbegeisterte Frau jetzt an die nächsten ambitionierten Projekte wagen: Neben Wandern mit ihrer Würzburger Wandergruppe, Schwimmen und Gymnastik möchte sie demnächst – Seheinschränkung hin oder her – wieder aufs Fahrrad steigen: „Ausflüge mit dem Tandem wären eine tolle Sache, ich muss ja nicht unbedingt vorne sitzen“, sagt Ursula Marx augenzwinkernd.

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