Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Eine Frage der Einstellung

Wie individuell der Weg zurück in den Beruf ist, zeigen die vier Erfolgsgeschichten: Dank spezieller Schulungen und entsprechender Maßnahmen haben die vier Menschen eine neue berufliche Perspektive bekommen.

Gabriele Henning am Arbeitsplatz

Individueller Schulungsplan

Ein Jahr Grundreha, um die Brailleschrift zu erlernen, kam für Gabriele Hennig nicht in Frage. Zu sehr war sie eingebunden in wichtige Führungsprozesse bei der Deinzer + Weyland GmbH in Leipzig, als ihre Augenerkrankung zur Erblindung führte. Das Berufsförderungswerk Halle strickte für sie einen ganz individuellen Schulungsplan, der ihr es erlaubte, der Arbeit nicht für diese lange Zeit den Rücken zu kehren. Gemeinsam mit dem BFW schaffte Gabriele Hennig den Umstieg auf einen blindengerechten Arbeitsplatz. Eine Leistung, auf die sie heue stolz ist!

Thomas Himpel mit seiner Blindenführhündin

Positives Feedback

Nach einer Augenoperation verliert Thomas Himpel ganz unerwartet seine Sehkraft. „Ein halbes Jahr hat es gedauert, bis die Ärzte mir bestätigt haben, dass mein Augenlicht nicht mehr zurückkommt“, erinnert er sich. Mit 23 Jahren ist damit sein ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Auch in seinen Beruf als Brauer sieht er kein Zurück. Doch für ihn ist das kein Grund aufzugeben: „Es hilft mir immer, wenn ich positiv denke, egal wie es im Leben gerade steht und manchmal muss man auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein“, daran glaubt er. Und das ist ihm gelungen: Die Ausbildung zum Telefonisten im BFW Düren bestand er mit Bestnote, schrieb eine einzige Bewerbung und startete beim Finanzamt Aachen nahtlos ins Berufsleben. „Ich gehe immer offen auf Leute zu, dann bekomme ich, trotz Handicap meistens ein positives Feedback“, sagt Thomas Himpel.

Nach fünf Jahren sucht er neue berufliche Herausforderungen und ist wieder einmal zur richtigen Zeit am richtigen Ort: „Von Kindesbeinen an wollte ich immer wieder Neues kennenlernen und da kam mir die freie Stelle als Sachbearbeiter beim Dürener Service Betrieb gelegen“, berichtet er. Seitdem koordiniert Thomas Himpel die Sperrgutannahme der Stadt, während treu an seiner Seite Blindenhündin Gill ihr Herrchen begleitet. Die Labradorhündin ist dem gebürtigen Bad Reichenhaller eine große Hilfe, sodass er ganz ohne Blindenstock unterwegs sein kann. „Meine Blindheit ist eine Einschränkung, aber kein Todesurteil“, sagt er augenzwinkernd.

Katharina Blumauer in der Physiotherapiepraxis

Nie aufgeben

„Ich war schon immer eine Kämpfernatur“, sagt Katharina Blumauer. Ihren Berufswunsch Physiotherapeutin wegen ihrer genetisch bedingten Bindegewebskrankheit – dem sogenannten Marfan-Syndrom – aufzugeben kam für sie nie in Frage. Doch viele Ausbildungspraxen lehnten sie wegen ihrer Seheinschränkung ab. Das hielt die gebürtige Schwarzwälderin aber nicht davon ab weiterzumachen – „Wenn jemand zu mir sagt, ich könne etwas aufgrund meiner Sehbehinderung nicht, dann ist das für mich ein Ansporn es noch besser zu machen.“ Gesagt, getan – im Qualifizierungsangebot des BFW Mainz fand Katharina Blumauer wonach sie suchte, absolvierte erfolgreich den Vorbereitungskurs und wurde in einer dreijährigen Ausbildung zur Physiotherapeutin geschult.

Ihr beruflicher Ehrgeiz war geweckt und sie meisterte erfolgreich vielfältige Fortbildungen im BFW Mainz. Ihre Neugier Neues kennenzulernen blieb: Mit Blick auf ihre fortschreitenden Seh- und Herzfunktions-Einschränkungen, wie auch auf Ratschlag ihres Betreuers im BFW Mainz, schlägt sie nun noch einmal neue Wege ein und schafft sich ein zweites berufliches Standbein. Im berufsbegleitenden Studium wird die 31-Jährige vom BFW Mainz in Kooperation mit der FH Nordhessen für Medizinalfachberufe ausgebildet. Dabei kann sie ihre praktischen physiotherapeutischen Erfahrungen mit Managementaufgaben verknüpfen. So behandelt Katharina Blumauer weiterhin Vollzeit in der Physiotherapie-Praxis in Mainz und besucht zusätzlich jeden zweiten Samstag Vorlesungen an der Uni. „Mein Ansporn, meinen beruflichen Weg, für den ich mich entschieden habe, zu gehen, kostet mich viel Kraft, aber gibt mir auch sehr viel Mut.“

Alexander Lode in seiner Firma

Weiter im alten Beruf

Seit 24 Jahren ist Alexander Lode bei KBA Metronic beschäftigt: Der Würzburger liebt seine Arbeit in der Montagehalle des Herstellers für Kennzeichnungssysteme und -geräte über alles. Er verfügt über wertvolle Berufserfahrung und wird in seinem Team sehr geschätzt. Als sich seine angeborene Augenerkrankung immer weiter verschlechterte, häuften sich die Probleme und sein Arbeitsplatz schien gefährdet. Zur rechten Zeit nahm er Kontakt zum BFW Würzburg auf. Die dortigen Sehhilfenexperten unterstützten ihn bei der passgenauen Umgestaltung seines Arbeitsplatzes: Großbildschirm und Vergrößerungssoftware sorgen jetzt für optimales Arbeiten am PC. Eine spezielle Arbeitsleuchte stellt sicher, dass Alexander Lode seine Präzisionsarbeit jetzt wieder leicht und sicher von der Hand geht.

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