Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Alle vier BFW-Teilnehmer auf einem Bild

Eine Frage der Einstellung

So individuell wie jeder Einzelne ist, sind auch die Maßnahmen der beruflichen Rehabilitation: Vier Menschen haben vier unterschiedliche Wege eingeschlagen und nehmen heute trozt Seheinschränkung wieder am Berufsleben teil.

Frank de Graaff am Arbeitsplatz

Alle Hebel in Gang gesetzt

„Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass für mich mit meinem Handicap so viel bewegt wird”, sagt Frank de Graaff rückblickend. Über 30 Jahre arbeitete er mit seiner angeborenen Seheinschränkung als Einzelhandelskaufmann. Dann kommt es Schlag auf Schlag: Eine Hörschädigung und ein Tinnitus werfen ihn aus der Bahn. Den ärztlichen Rat in Rente zu gehen, lehnte er ab und suchte nach Alternativen. Dabei stieß er auf die Integrationsmaßnahme für blinde und sehgeschädigte Menschen des BFW Düren mit der Außenstelle in Hamburg. Er setzte alle Hebel in Gang, um an einem angepassten Arbeitsplatz die Bedienung des PCs zu lernen. Mit den erworbenen Fertigkeiten war ein neuer Arbeitsplatz in der Vertriebsabteilung der AOK Gesundheitskasse schnell gefunden.

Eva-Maria Zöllner

Zurück im Berufsleben

Es war ein Prozess, der sich über Jahrzehnte hinzog: Stück für Stück verlor Eva-Maria Zöllner aufgrund einer Autoimmunerkrankung an Sehkraft bis sie schließlich komplett erblindete. Ihren Beruf als Heimleiterin in der Altenpflege musste sie damit aufgeben – ihr Interesse, immer wieder Neues anzugehen, hat sie aber nicht verloren. In der blindentechnischen Grundausbildung im BFW Würzburg lernte sie Lebenspraktische Fähigkeiten und die Brailleschrift. Anschließend meisterte sie die zweijährige Qualifizierung zur Fachinformatikerin in der Fachrichtung Anwendungsentwicklung mit links. Heute setzt sie ihr Know-how im Bundeswehrkrankenhaus Koblenz ein und ist dankbar, wieder im Berufsleben angekommen zu sein.

Tatjana Bartolozzi im Porträt

Nichts Unmögliches

Von anderen abhängig ist die gebürtige Solingerin nie gewesen. Daran hat auch ihre Makuladegeneration nichts geändert. Heute hat die Physiotherapeutin sogar einen eigenen Behandlungsraum beim Arbeitgeber. „Der Weg war sicher nicht leicht”, sagt die Italienerin, die sich mit 24 Jahren im BFW Mainz beruflich neu orientiert hat. „Aber auch nichts Unmögliches.” Und er hat sich gelohnt: „Ich wollte von Anfang an mit Menschen arbeiten, das tue ich heute und bekomme tolle Rückmeldungen.” Zunächst dachte sie, dass die Patienten sich ungern von ihr behandeln lassen würden, doch im Gegenteil: „Die meisten glauben, dass ich mehr fühle als die meisten anderen Menschen. Vielleicht stimmt das auch, denn bis jetzt war jeder zufrieden mit meiner Arbeit.”

Guido Röthig im Portrait

Chance genutzt

Mit 42 Jahren startete Guido Röthig noch einmal richtig durch. Aufgrund einer Augenerkrankung konnte er seine bisherige Tätigkeit als Außendienstler nicht mehr ausüben. Doch obwohl er eine Rente bezog, suchte er nach einer neuen beruflichen Herausforderung. Mit der Qualifizierung zum Verwaltungsfachangestellten im BFW Halle wurde er fündig. Mit Unterstützung von individuellen elektronischen und optischen Hilfsmitteln, angepassten Lichtverhältnissen und jeder Menge eigener Motivation meisterte er die anspruchsvolle Ausbildung mit links. Auf eine Anstellung im Unternehmen musste er dann nicht lange warten: Fachlich und menschlich war schnell klar, dass er hervorragend in das Team der Genthiner Stadtverwaltung passt. Er wurde übergangslos nach seiner bestandenen Prüfung eingestellt und hat damit seine Chance genutzt.

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