Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Alle vier BFW-Teilnehmer auf einem Bild

Eine Frage der Einstellung

Mit Seheinschränkung im Berufsleben aktiv zu bleiben oder wieder einzusteigen sind vielfältig. Angebote der beruflichen Rehabiitation helfen dabei. Vier Menschen haben unterschiedliche Wege erfolgreich gemeistert.

Monika Peterlik am Arbeitsplatz

Neu aufgestellt

„Das Leben geht auch mit Seheinschränkung weiter, wenn man es selbst in die Hand nimmt”, sagt Monika Peterlik. Die 57-Jährige erblindete 2004 innerhalb weniger Tage. Mit Unterstützung des BFW Würzburg absolvierte sie als erste blinde Frau eine Ausbildung zur Servicefachkraft für Dialogmarketing. Heute arbeitet sie in Karlstadt bei Sammeth Personalmanagement. Ihr Chef ist rundum zufrieden – und das aus knallharten betriebswirtschaftlichen Gründen: „Wir beschäftigen Monika Peterlik nicht wegen ihres Handicaps, sondern weil sie Toparbeit abliefert”, betont der Unternehmer.

 

Sabrina Simon

Gut beraten

Sie hatte bereits an einer Regelschule vier Semester einer Ausbildung zur Physiotherapeutin absolviert – nur um zu erfahren, dass mit ihrer Sehbehinderung keine Prüfung möglich ist. „Zum Glück kam ich ins BFW Mainz. Hier wurde ich in allen Belangen gut beraten”, sagt Sabrina Simon. „Im BFW war man optimal auf meine Bedürfnisse eingestellt – und hat mir auch weiteres Rüstzeug an die Hand gegeben, damit ich mir selbstständig Perspektiven schaffen konnte. Insbesondere das Bewerbungstraining ist hilfreich gewesen”, sagt die 24-Jährige. Das Ergebnis spricht für sich: Im März hat sie ihr Staatsexamen abgeschlossen und bereits im Mai in einer Praxis angefangen. Nachdem sie den Weg mit dem Blindenhund trainiert hatte, ging es gleich los.

 

Sabine Meissner am Arbeitsplatz

Individuell neu ausgestattet

Als Bereichsleiterin bei der Deutschen Rentenversicherung ist die Arbeit am Computer für Sabine Meißner das A und O. Mit ihrer angeborenen Kurzsichtigkeit fiel ihr das aber immer schwerer. Da ihr Arbeitgeber mit dem BFW zusammenarbeitet, kannte sie die Angebote der beruflichen Rehabilitation und stellte einen Antrag. Im BFW Halle wurden ihre Augen bei der Sehhilfen­erpobung getestet und sie lernte verschiedene Hilfsmittel kennen. Eine individuelle Arbeitsplatzanpassung führte schließlich zum Erfolg: „Mein Computer wurde mit einer speziellen Software ausgerüstet, mit der ich zum Beispiel Kontraste einstellen und Texte vergrößern kann. Dabei helfen mir eine Tastatur mit extra großer Schrift und die neu eingestellten Lichtverhältnisse.” Schon nach einer einwöchigen Schulung vor Ort am Arbeitsplatz und im BFW konnte sie ihre Hilfsmittel bei der Büroarbeit richtig einsetzen

 

Jan Adam im Portrait

Im Beruf angekommen

Jan Adam kam als Frühchen zur Welt und wurde im Inkubator mit zu viel Sauerstoff versorgt. Die Folge: Seine Sehkraft hat sich bis heute auf fünf Prozent verringert. Im Studium merkte er, dass es ihm immer schwerer fiel, viel zu lesen. Nach wenigen Semestern entschied er sich, einen neuen Weg einzuschlagen. Über die Bundesagentur für Arbeit wurde er auf das BFW Düren aufmerksam – und damit auf seine Chance für einen beruflichen Neuanfang: „Ich habe meinen Studienort Kassel verlassen und bin nach Düren gezogen.” Nach einem Jahr Grundrehabilitation, in der er auch die Punktschrift erlernte, wurde er zur Bürofachkraft ausgebildet. „Mit dem Know-how, was ich mir im BFW erarbeitet habe, bin ich gut für mein Berufsleben aufgestellt”, sagt er stolz und stellt das in der Verwaltung der Gold-Kraemer-Stiftung tagtäglich unter Beweis.

 

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