Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Alle vier BFW-Teilnehmer auf einem Bild

Eine Frage der Einstellung

Eine Seheinschränkung muss nicht das berufliche Abseits deuten – denn Angabote der beruflichen Rehabilitation helfen, die Erwerbsfähigkeit (wieder) herzustellen. Vier Menschen berichten von ihren individuellen Wegen.

Uwe Pflüger am Arbeitsplatz

Wieder da!

Uwe Pflüger ist in der Verwaltung der Stadt Karlsruhe bekannt wie ein bunter Hund. Das war vor der Augenerkrankung des Personalfachkaufmanns so und ist nach dem Erlernen der Punktschrift im BFW Würzburg nicht anders.

Seit über 30 Jahren ist der 53-Jährige in der Verwaltung beschäftigt und konnte mit Unterstützung seines Arbeitgebers nach seiner Zeit im BFW in seine „alte Umgebung“, zu seiner „alten Abteilung“ und zu den „alten Kollegen“ zurückkehren. Das Aufgabengebiet des früheren Lohn- und Gehaltsabrechners wurde an die Arbeit mit der Braillezeile angepasst. Heute kümmert sich der Schwerbehindertenvertreter unter anderem um das Betriebliche Gesundheitsmanagement und engagiert sich in seiner Freizeit ehrenamtlich für geistig behinderte Schüler.

Dr. Dirk Schwerdtfeger

Ergonomisch ausgewogen

Manchmal ist es nur die falsche Ausstattung am Arbeitsplatz, die zu Beschwerden führt. So wie im Fall von Dr. Dirk Schwerdtfeger.

„Durch meine Seheinschränkung habe ich mit der Lupenbrille nah vom Blatt gelesen, wodurch meine Nackenwirbel verschlissen sind und versteift werden mussten.“ Nach der OP konnte er so nicht weiter arbeiten. Unterstützung fand er beim BFW Halle. Nach einer Begutachtung wurde sein Arbeitsplatz am Oberlandesgericht Jena entsprechend der individuellen Anforderungen ausgestattet: „Mein Arbeitsplatz ist jetzt optimal mit Monitoren mit Schwenk­arm, Kamera und höhenverstellbaren Möbeln ausgestattet. Dazu habe ich eine spezielle Software, in der mich das BFW geschult hat. Jetzt bin ich ohne Einschränkung wieder einsatzfähig.“

Meinolf Bell am Arbeitsplatz

Weichen neu gestellt

Vom Techniker im Außendienst zum Verwaltungsfachangestellten – Meinolf Bell hat mit zunehmender Seheinschränkung seine beruflichen Weichen neu gestellt.

„Hätte mir jemand vor fünf Jahren gesagt, ich lande in der Verwaltung, hätte ich ihn aus dem Dorf getrieben“, sagt er heute. Doch die Arbeitserprobung im BFW Düren überzeugte ihn von einer Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten. Eine Entscheidung, die für ihn genau die Richtige war. Nach zwei Ausbildungsjahren setzte er mit der Zusatzqualifizierung auf Landesebene noch eins drauf: „Damit wurde mir eine unbefristete Stelle beim Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, kurz Staßen.NRW, versichert. Das war meine Chance.“ Diese Anstrengungen haben sich gelohnt: Die Schadensfälle bearbeitet er an einem individuell ausgestatteten Arbeitsplatz.

Matthias Pabelick im Portrait

Mit viel Ehrgeiz zum Ziel

Als Matthias Pabelicks Augen immer schlechter werden, startet er mit einer Ausbildung neu.

„Mit der Diagnose Chorioideremie musste ich meinen Beruf als Maler aufgeben. Aber professionelles Massieren hat mich schon immer fasziniert. Da lag die Entscheidung für eine Ausbildung zum Staatlich geprüften Masseur und Medizinischen Bademeister auf der Hand.“ Im BFW Mainz ging er das an: „Es war nicht einfach, mir medizinisches Wissen anzueignen, aber meine Ausbilder haben immer an mich geglaubt und mich individuell gefördert.“ Auch als er durch die Prüfung fällt, verliert er nicht seinen Ehrgeiz: Im zweiten Anlauf klappt es schließlich. Nach Höhen und Tiefen genießt er das positive Feedback seiner Patienten.

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