Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Benjamin Kopp am Arbeitsplatz

In Einklang gebracht

Benjamin Kopp hat neue Orientierung gefunden

Zuerst hofften seine Ärzte auf ein Restsehvermögen – doch Benjamin Kopp verlor in Folge von Diabetes sein Augenlicht. Sein Leben hat er mit Unterstützung des BFW Düren neu in die Hand genommen.

„Natürlich habe ich immer mal wieder Menschen mit einem Blindenstock in der Bahn gesehen, aber an meine eigene Zukunft habe ich dabei nicht gedacht“, sagt er rückblickend. Arbeit und Mobilität sind die beiden zentralen Begriffe, mit denen Benjamin Kopp sich nach dem Verlust seines Augenlichtes auseinandergesetzt hat. Im Vertrieb eines amerikanischen IT-Systemhauses konnte er nicht weiter arbeiten.

Den Haushalt schmeißen
Durch die Agentur für Arbeit in Köln ist der Kontakt zum nahegelegenen BFW Düren entstanden, wo ihm die vielfältigen Angebote von Anfang an zugesagt haben. „In der einjährigen Blindentechnischen Grundausbildung habe ich nicht nur gelernt, den Computer mit Braillezeile zu bedienen, sondern auch, wie ich weiterhin meinen Haushalt schmeiße, mein Bett beziehe und Kaffee koche. Zu der Zeit habe ich im Internat gewohnt, aber meine Wohnung in Köln wollte ich dauerhaft nicht aufgeben.“ In der an­schließenden Integrationsmaßnahme hat Benjamin Kopp seine Bewerbungsunterlagen aufgefrischt und ist businessspezifisch geschult worden. „Ich habe im BFW von Anfang an gesagt, dass ich schnell wieder in meinen Job möchte – und habe dementsprechend ein hohes Tempo vorgelegt. Eigentlich war meine Maßnahme für ein Jahr angesetzt, aber schon nach neun Monaten hatte ich einen neuen Arbeitsplatz.

Ich freue mich sehr, dass mein Arbeitgeber mir diese Chance gegeben hat.“ Als Inhouse Sales Specialist arbeitet der 32-Jährige heute bei der INFICON GmbH in Köln, wo er seine langjährige Vertriebserfahrung einsetzt. Sein Arbeitsplatz ist dort individuell angepasst und mit Hilfsmitteln ausgestattet worden. Und auch seine Kollegen machten neue Erfahrungen: „Da ich der erste blinde Mitarbeiter im Unternehmen bin, hat mein Mobilitätstrainer vor Ort nicht nur mit mir die Wege trainiert, auch meine Kollegen konnten mit Dunkelbrille und Langstock eine Selbsterfahrung machen. So können sie sich besser in meine Situation hinein versetzen.“ Auf Dienstreisen und Termine im Außendienst kann Benjamin Kopp bei der INFICON GmbH verzichten: „Heute bin ich eine Art Orchesterleiter und bringe die verschiedenen Musikinstrumente in Einklang. Ich fahre nicht mehr selbst zum Kunden, sondern koordiniere meine Kollegen im Außendienst.“

Tierisch mobil
Mobil geblieben ist er aber weiterhin – besonders, seitdem er tierische Unterstützung hat: „Mein Führhund gibt mir große Sicherheit und steigert mein Selbstbewusstsein. Er erleichtert mir vor allem meinen Arbeitsweg – wer in Köln mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, verliert schon mal schnell den Überblick“, sagt Benjamin Kopp schmunzelnd.

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