Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Susanne Draheim sitzt an ihrem neuen Arbeitsplatz. Sie wird unterstützt durch entsprechende Hilfsmittel.

Kein Weg zu weit

Eine neue Perspektive durch berufliche Reha

Als eine Sehbehinderung ihren Traumberuf Sozialpädagogin unmöglich machte, orientierte sich Susanne Draheim beruflich neu und legt mit einer Umschulung im BFW Düren den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft. 

Sicher, selbstbewusst und souverän arbeitet Susanne Draheim an ihrem Computer. Dass die junge Frau kaum noch sehen kann, bemerkt man auf den ersten Blick nicht – erst das Bildschirmlesegerät und der stark vergrößernde Bildschirm verraten die ausgeprägte Sehminderung. Genau die war aber der Grund, dass Susanne Draheim als Studentin ihren eigentlichen Traumberuf aufgeben musste, als sich ihre Sehkraft stark verminderte und sie nicht über die entsprechenden Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte verfügte, um ihr Sozialpädagogikstudium zu beenden. Ein Rückschlag, von dem sich die Dürenerin nicht unterkriegen ließ. Stattdessen orientierte sie sich beruflich um, und absolvierte im Berufsförderungswerk Düren, einem von vier bundesweit arbeitenden Zentren für die berufliche Bildung blinder und sehbehinderter Menschen eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Mit Erfolg: Seit 2007 arbeitet sie nun im Schulverwaltungsbüro der LVR-David-Hirsch-Schule in Aachen.

Voll integriert

Susanne Draheim geht sprichwörtlich weite Wege, um ihre Ziele zu erreichen: Fast zwei Stunden braucht sie täglich, um von ihrem Wohnort Düren zur Arbeit in Aachen zu gelangen. Doch das nimmt sie gerne in Kauf, weil ihr die Arbeit Spaß macht und die Kollegen dies auch spüren. „Susanne Draheim ist eine gut integrierte, integre und einsatzbereite Mitarbeiterin, die gut in das Team passt und sehr beliebt ist“, bestätigt Susanne Keppner, die Sonderschulrektorin der LVR-David-Hirsch-Schule. Voll integriert ist die gebürtige Braunschweigerin auch in ihrem Wohnort Düren: Sie singt seit vielen Jahren in der Gruppe „Senfkorn“ moderne Kirchenlieder, geht regelmäßig ins nahegelegene Schwimmbad und als Mitglied einer karnevalsverrückten Familie studiert sie karnevalistische Tänze mit blinden und sehbehinderten Menschen ein. Und seit neuestem braucht sie ihren Arbeitsweg nach Aachen auch nicht mehr alleine zu bestreiten – ein blonder Labrador begleitet sie auf Schritt und Tritt.

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