Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Marion Lange am Schreibtisch beim Tippen

Nie zu alt

für einen Neustart

Mit ihren damals 51 Jahren fing Marion Langes Leben 2007 nochmal richtig an. Nicht nur, dass die kurz zuvor ausgebildete medizinische Schreibkraft gerade im Städtischen Klinikum Dessau ihren ersten Arbeitsvertrag nach 14 Jahren Arbeitslosigkeit unterschrieben hatte, das Mobilitätstraining im BFW Halle eröffnete ihr auch im Alltag wieder ganz neue Möglichkeiten.

„Vorher habe ich die meiste Zeit zu Hause verbracht, heute geh ich mit Hilfe meines Langstocks zielsicher nach der Arbeit ins Fitnessstudio, Theater oder Kino. Und durch den Computerlehrgang bleibe ich mit Freunden und Verwandten über das Internet besser in Kontakt als je zuvor. Selbst mit den Behörden kann ich oft allein fertig werden“, sagt sie. Regelrecht aufgeblüht ist sie mittlerweile, denn vor zehn Jahren hatte sie sich schon so gut wie aufgegeben.

Recht energisch einfordern
„Nachdem die Mauer gefallen ist, wurde in der Roßlauer Schiffswerft, wo ich damals gearbeitet habe, massiv Personal abgebaut und alles was man mir sagte, war, dass es für mich keine Möglichkeiten gebe.“ Aber die zweifache Mutter ist auch selbstkritisch. „Ich habe das einfach so hingenommen. Vielleicht hätte ich mein Recht noch energischer einfordern sollen.“ Eines Tages im Jahr 2003, auf einer Messe, kam sie ins Gespräch mit einem Mitarbeiter des BFW Halle, der ihr immer wieder Mut zugesprochen und bei der Stellung des Antrags auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) geholfen hat – der dann 2004 tatsächlich genehmigt worden ist. „Von da an ging alles ganz schnell. Plötzlich musste ich medizinisches Vokabular lernen, mich mit einem Computer auseinandersetzen, daran Bewerbungen schreiben, Programme erlernen – das war eine ganz schöne Umstellung. Aber es hat sich gelohnt: Heute habe ich einen tollen Job, der mir sehr viel Spaß macht.“

Regelmäßige Nachschulungen
Seit sie die Stelle 2007 angetreten hat, wurde die Krankenhaussoftware des Klinikums fünf Mal nur an einigen Stellen geändert. Blinde verlieren dadurch schnell die Orientierung. Deswegen sind Nachschulungen in diesen Fällen essentiell. Die Kosten dafür übernimmt das Integrationsamt, die Schulung erfolgt am Arbeitsplatz durch eine Mitarbeiterin des BFW.

Für Menschen in einer ähnlichen Situation hat Marion Lange eine Botschaft: „Ich hätte es mir vor zehn Jahren nicht träumen lassen, aber ich weiß heute: Man ist nie zu alt, um neu anzufangen.“

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