Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Arndt Wendrock mit seinem Blindenführhund.

Zielstrebig zum Ziel

Mit Unterstützung des BFW wieder in Arbeit

Arndt Wendrock war schon immer ein optimistischer Typ, der das Blatt stets zum Guten hin gewendet hat. Diese positive Lebenseinstellung hat sich auch mit dem Verlust seiner Sehkraft nicht geändert.

Mit Anfang 30 stand Arndt Wendrock mitten im Leben, hatte beruflich Fuß gefasst und Pläne für seine Zukunft geschmiedet. Sein Alltag wurde aber nach und nach ausgehebelt: „Durch Retinitis pigmentosa, eine erbliche Augenerkrankung, habe ich meine Sehkraft verloren. Das hat mich beruflich und privat vor große Herausforderungen gestellt“, sagt er. Sein sicheres Arbeitsverhältnis als Anlagenfahrer in der Solarbranche musste er mit zunehmendem Sehverlust aufgeben. Seine Lebensfreude ließ sich der junge Mann aber nicht nehmen, er machte neue Pläne für die Zukunft.

Zurück zur Selbstständigkeit
Sein erster Schritt auf dem Weg zurück ins Arbeitsleben führte über die berufliche Reha, die er bei der Agentur für Arbeit beantragte. Im Berufsförderungswerk (BFW) Halle (Saale) lernte er in Vorbereitung auf seine Umschulung, mit Hilfsmitteln umzugehen, und übte mit einem Mobilitätstrainer, sich auf Straßen und in Räumen zu orientieren. Zusätzlich erlernte er das System der Punktschrift und die Bedienung des Computers mit der Braillezeile. „Am Anfang konnte ich mir kaum vorstellen, wie ich mich blind im Straßenverkehr bewegen oder wie meine Finger die filigranen Punkte als Buchstaben entziffern sollten. Doch ich habe gemerkt, dass ich jeden Tag große Fortschritte mache und wieder selbstständig werde. Das hat mich unglaublich motiviert“, sagt Arndt Wendrock rückblickend.

Erfolgreich neu ausgebildet
Die gleiche Einsatzbereitschaft zeigte er auch in seiner Umschulung zum Verwaltungsfachangestellten für die Kommunalverwaltung. Voller Elan wälzte er die dicken Gesetzesbücher, machte sich mit der Buchführung vertraut und kümmerte sich um einen Praktikumsplatz. „Ich war der einzige blinde Praktikant bei der Stadtverwaltung Wittenberg, aber Berührungsängste hatten meine Kollegen nicht.“ Vor seinem ersten Arbeitstag hatten sich die Mitarbeiter des Personalmanagements seinen mit Hilfsmitteln ausgestatteten Arbeitsplatz im BFW angeschaut: Die technische Ausstattung reicht von der Braillezeile über ein Kameralesegerät mit Vorlesefunktion bis zu einem Braillenotizgerät.

Mit seinem Ehrgeiz überzeugte
Arndt Wendrock innerhalb kürzester Zeit seinen neuen Arbeitgeber. So erhielt er schon während der Ausbildung ein Arbeitsplatzangebot. Diese Chance ließ er sich nicht entgehen. Heute arbeitet er als Sachbearbeiter im Personalmanagement der Stadtverwaltung.

Treu begleitet
Den Weg zurück in Arbeit musste Arndt Wendrock nicht alleine gehen: An seiner Seite ist Blindenführhund Aramis, der ihn treu begleitet und ihm zielsicher den Weg zeigt. „Aramis ist ein toller Unterstützer, auf den ich mich verlassen kann. Und in den Pausen komme ich so auch ein bisschen an die frische Luft“, freut sich sein Herrchen.

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