Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Beratungssituation

App ins Leben

Wie Smartphones und Tablets sich zu Hilfsmitteln im Alltag mausern

Das Smartphone ist das Schweizer Taschenmesser unserer Zeit: Ein multifunktionales Werkzeug, das weit mehr als Kamera und Wecker sein kann – je nachdem, welche Apps der Nutzer installiert. Für Sehbehinderte und Blinde ist das Smartphone ein umso größerer Alltagshelfer, denn viele Apps reißen Barrieren ein.

Das Leben kann für den blinden Max so einfach sein: Über die App Abfahrtsmonitor erfährt er, wann der nächste Bus in die Innenstadt fährt. Dort angekommen schaltet er Blindsquare ein und erfährt wieviele und welche Bekleidungsgeschäfte in der Nähe sind. Er entscheidet sich für zwei, kopiert die Adressen in die App Ariadne-GPS, die ihn auf 15 Meter genau zum Standort führt. Eventuell fragt er hier nach dem Eingang. Im Laden findet er, dank seiner Farberkennungs-App ColorSay, ein rotes T-Shirt (bei 40° waschbar, wie ihn die Barcodescanner-App Codecheck informiert) und eine schwarze Hose. Er verlässt das Geschäft und lässt sich von Blindsquare das nahegelegene Programmkino nennen, wo er sich mit seinen sehenden Freunden trifft und dank der Audiodeskriptions-App Greta den neuesten Blockbuster genießen kann.

Das hier beschriebene Szenario ist bei weitem keine Utopie, sondern gelebte Realität. Doch bei aller Freude über neu gewonnene Möglichkeiten, sollte nicht vergessen werden, dass die digitale Welt der realen in mancher Hinsicht ähnelt: Barrierefreiheit ist die Ausnahme, nicht die Regel.

Täglich neue barrierefreie Apps
Die genannten Beispiele bilden Ausnahmen, da sie für Blinde und Sehbehinderte navigierbar sind. Die meisten anderen Apps sind das nicht. Doch Optimismus ist durchaus angebracht: Jeden Tag werden neue Apps veröffentlicht und immer häufiger sind diese barrierefrei oder gar explizit barrierebeseitigend. Wie die sich gerade in der Testphase befindende App iBeacon, die dem sehbehinderten Einkäufer den Weg zu den verschiedenen Produkten in einem Geschäft weist.

Aber wie nutzen Sehbehinderte eigentlich ein Smartphone? Taktile Komponenten sind für Menschen mit Seheinschränkung die einfachsten Orientierungsmöglichkeiten. Allerdings bieten moderne Smartphones diese Komponenten nicht mehr an, so gut wie alle Eingaben erfolgen über den Touchscreen, der nur visuelle Signale sendet.

Steuerung mit Sprache
Eine Bedienung wird mit Sprachnavigationen ermöglicht. Diese bereits vorinstallierten Programme lesen den Bildschirm für den User aus und sagen ihm, welche App er gerade angewählt hat und listen ihm dann auf, welche Funktionen ihm zur Verfügung stehen. Sobald die gewünschte Funktion genannt wird, kann er diese auswählen. Zugegeben, bis der Nutzer geübt im Umgang mit der Sprachnavigation ist, vergeht einige Zeit. Allerdings lässt sich diese verkürzen: Immer häufiger werden Kurse in den BFW angeboten, in denen Betroffene den Umgang mit dem Smartphone trotz Sehbehinderung erklären.

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