Der Gesetzgeber hat rechtliche Möglichkeiten geschaffen, damit Menschen mit Seheinschränkungen wieder zurück in die Arbeit finden. Berufliche Reha hilft weiter!

Die Initiative "VISIO-N" bietet Betroffenen Infos, Tipps und Hilfe rund um das Thema Umschulung und berufliche Rehabilitation.

Antrag auf LTA: So stellen Sie ihn richtig

Beratung eines blinden Mannes bei der Antragstellung

Bildung und Teilhabe gehen Hand in Hand. Der erste Schritt zu gesellschaftlicher Teilhabe ist, am Berufsleben teilzunehmen. Und der erste Schritt zur Teilhabe am Berufsleben bei Seheinschränkung oder Blindheit ist die Antragstellung auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA).

Der erste Schritt zur beruflichen Rehabilitation

 

Hilfen vor Ort

In jedem Landkreis befindet sich, meist bei einer Krankenkasse oder der Deutschen Rentenversicherung, eine Reha-Servicestelle. Dort erhalten Sie umfangreiche Informationen, Hilfe bei der Antragstellung und Vordrucke des Antrags auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Auf Wunsch leiten diese auch Ihre Anträge zum zuständigen Träger weiter.

Den Antrag können Sie auch HIER herunterladen. 

 

Wer ist zuständig?

  • Träger der gesetzlichen Rententräger (wenn mindestens 15 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt worden ist)
  • Bundesagentur für Arbeit (wenn in den letzten 5 Jahren Anspruch auf Arbeitslosengeld I geltend gemacht worden ist)
  • Träger der gesetzlichen Unfallversicherungen/Berufsgenossenschaften
  • Träger der Kriegsopferversorgung, Kriegsopferfürsorge und des Rechts auf soziale Entschädigung bei Gesundheitsschäden Träger der öffentlichen Jugendhilfe
  • Träger der Sozialhilfe (zuständig, wenn bei anderen Trägern kein Anspruch besteht)
  • SGB II-Stellen (Jobcenter der ARGEn/Optionskommunen) für Behinderte, die Arbeitslosengeld II (Hartz IV) erhalten und mindestens 3 Stunden erwerbsfähig sind  

 

Dokumente nicht vergessen

Üblicherweise sind dem Antrag folgende Unterlagen beizufügen:

  • Sozialversicherungsnachweise
  • Krankenkassenkarte
  • Angabe der zuständigen Berufsgenossenschaft
  • Angaben zu den behandelnden Ärzte
  • Einwilligungserklärung zur Entbindung der Schweigepflicht der behandelnden Ärzte, des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse oder der Berufsgenossenschaft
  • Zusatzfragebogen zum Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben mit
    • Angaben zur Person, zum schulischen und beruflichen Werdegang sowie zum letztem Arbeitgeber
    • Angaben zu zuletzt ausgeübten Beschäftigungen
    • Selbstbeschreibung der zuletzt ausgeübten Tätigkeit

 

Was passiert, wenn ich den Antrag beim falschen Träger gestellt habe?

Nachdem der Reha-Träger den Antrag entgegengenommen hat, prüft er innerhalb von zwei Wochen, ob er zuständig ist.  

  • Wenn der Reha-Träger zuständig ist, entscheidet er innerhalb von drei Wochen über den Antrag. Falls noch ein Gutachten eingeholt werden muss, wird ein Sachverständiger damit beauftragt, der für dieses noch einmal circa zwei Wochen Zeit aufwenden wird. Außer in Ausnahmefällen sollte die Antragsbearbeitung nicht länger als sieben Wochen dauern.
  • Wenn der Reha-Träger nicht zuständig ist, muss er dem seiner Auffassung nach zuständigen Träger den Antrag unverzüglich zuschicken. Sollte dieser ebenfalls nicht zuständig sein, ist es seine Aufgabe den zuständigen Träger herauszufinden und eine fristgerechte Antragsbearbeitung zu veranlassen.

 

Ihre Rolle beim Entscheidungsverfahren/Selbstbestimmung

Auch Sie spielen eine entscheidende Rolle beim Weg in die berufliche Reha: Sie haben ein Recht auf Selbstbestimmung bei Ihren beruflichen Entscheidungen. Wie die Leistungen auf Teilhabe am Arbeitsleben festgelegt werden, liegt also auch in Ihrer Hand. Die Grundlage für die Festlegung der Leistungen bilden immer ärztliche Gutachten.

 

Grundsätzliches Widerspruchsrecht

Nach der Bearbeitung des Antrags erhalten Sie einen Bescheid. Sollten Sie mit dem Bescheid nicht einverstanden sein (Antrag abgelehnt, mit den bewilligten Leistung unzufrieden o.ä.), haben Sie ein grundsätzliches Recht auf Widerspruch. Dieser muss innerhalb einer Frist von einem Monat eingereicht werden. Wenn auch der Widerspruch abgelehnt wird, kann Klage beim Sozialgericht eingereicht werden.

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